Meine Erfahrungen mit Elektro-Autos

07 Mai 2020

In meiner Blogparade habe ich aufgerufen über eure Erfahrungen mit Elektro-Autos zu berichten. Als Anreiz gibt es einen Monat lang ein Nissan Leaf Auto Abo zu gewinnen.

Natürlich nehme ich nicht am Gewinnspiel teil. Aber an der Blogparade möchte ich natürlich selbst auch gern teilnehmen.

E-Autos mit Bleiakkus

Das Thema "Fahren mit Batterien" hatte ich schon lange als Spinnerei auf dem Schirm. Damals habe ich immer wieder mal bei der Autosuche auch nach E-Autos gesucht. Bei mobile.de oder autoscout24 gab es aber meist nur umgebaute Autos mit Bleiakkus.

"Echte" Elektroautos waren vor ein paar Jahren noch sehr rar, bzw unbezahlbar.

Erschwerend kommt hinzu, dass ich immer nur relativ alte und billige Autos kaufe. So meist um die 2000 Euro.

Mein erstes Auto war übrigens ein Passat 35i mit 2E Motor BJ 1992. Gekauft 2004 für 1250 Euro und verkauft 2014 für 250 Euro. Das ergibt einen Wertverlust von 100 Euro pro Jahr :)

Die ersten Tesla kommen auf den Markt

Natürlich klang das total spannend was Tesla da gebaut hat. Aber die Preise für Tesla Autos waren so hoch, dass der "normale" Bürger da nicht weiter drüber nachdenken muss.

Allerdings hat Tesla meiner Meinung nach dafür gesorgt, dass das Thema E-Mobilität in der breiten Masse angekommen ist. Es wurde darüber diskutiert, und das war eine gute Sache.

Sind E-Autos umweltfreundlich?

Neben den Vorteilen von E-Autos kamen schnell die ersten negativen Stimmen auf.

  • E-Autos benötigen in der Herstellung viel Energie, die Gesamtbilanz ist schlecht

  • E-Autos sind umweltschädlich, da für die Herstellung viel Grundwasser verseucht wird

  • E-Autos fahren bei kalten Temperaturen nur noch 3 Kilometer weit, da die Akkus dann nicht funktionieren

  • E-Autos haben keine richtige Heizung, im Winter muss man frieren

  • Es gibt nicht genug seltene Erden für die Herstellung einer großen Anzahl von E-Autos

Diese Argumente haben mich auch eine Zeit lang aufgehalten, aber es gibt hier ein großes Problem: Natürlich haben E-Autos Probleme und negative Seiten, aber Verbrenner sind viel schlimmer als E-Autos.

Denn den Vergleich muss man immer fair führen:

  • Ein Verbrenner benötigt in der Herstellung auch sehr viel Energie. Noch schlimmer wird die Bilanz wenn man die Förderung von Öl, Umwandlung in Benzin und Transport mit einrechnet.

  • Verbrenner sind im meinen Augen mittlerweile extrem komplizierte Technikesel. Was da alles drin steckt, nur um ein paar Funken zu zünden. Dazu kommen die Umweltauflagen welche die Technik noch unglaublich komplizierter machen.

  • Verbrenner erzeugen CO2 und machen Dreck. Den versucht man mit Kat und jede Menge komplizierter Technik wieder einzufangen. Warum nicht gleich Ököstrom und ein E-Auto?

  • In einem Tesla stecken weniger seltene Erden als in einem durchschnittlichen Verbrenner. Das ist also kein Argument für Verbrenner sondern eher dagegen.

Elektro-Auto fahren

Das erste Elektroauto was ich gefahren bin war ein Renault Zoe. Ein Mietwagen, einfach aus Spaß an der Technik.

In der Stadt und auch kleine Strecken überland hat das Auto echt Spaß gemacht.

Eine Runde auf der Autobahn hat aber schnell gezeigt, dass man hier nicht mit dem Verkehr mitfließen kann.

Damals war mein Arbeitsweg 100 Kilometer, davon 80 Kilometer auf der Autobahn. Ein Zoe wäre also hier keine Option gewesen.

Aber es gibt ja neben Zoe und Tesla noch andere Autos, die eine hohe Reichweite und auch eine flüssige Autobahnfahrt ermöglichen.

Elektro-Auto testen

Bevor du dir ein E-Auto kaufst oder einen langen Leasingvertrag ans Bein binden lässt. Dann teste unbedingt ein E-Auto in deinem Alltag.

Ich finde Auto-Abos sind dafür eine tolle Möglichkeit. Du mietest dein Auto für ein oder zwei Monate und kannst es echt und ausführlich im Alltag testen.

Genau dafür gibt es ja auch in dieser Blogparade als Hauptgewinn einen Nissan Leaf für einen Monat.

Meine Zukunft mit E-Autos

Aktuell fahren wir noch zwei Autos mit Autogas. Beim Thema Umweltfreundlichkeit sind wir damit gegenüber Benzinern schon ein Stückchen weiter.

Ich hätte aber gern bald ein E-Auto. Diese müsste allerdings folgende Anforderungen erfüllen:

  • Familientauglichkeit, wir brauchen mindestens 5 vollwertige Sitze im Auto. Im Smart fetzt das nicht.

  • Die Reichweite sollte im Winter mindestens noch 300 bis 400 Kilometer betragen. Damit wären für mich die meisten Fahrten abgedeckt.

  • Schnellladefunktion wäre auch prima, damit man die Pausen auf den Urlaubsfahrten nicht allzu lang machen muss.

  • Und eine Wärmepumpe wäre wirklich prima, im Winter will man einfach nicht im Auto frieren.

Wartung und Technikrisiko

Ein E-Auto kostet jede Menge Geld. Dazu haben E-Autos ein hohes Technologierisiko. Was wenn die Batterie nur 3 Jahre hält? Oder die teure Wärmepumpe kaputt geht?

Dabei vergessen viele, dass in einem aktuellen Benziner oder Dieselauto sehr viel teure Technik steckt. Jedes mittlere Problem wird gleich sehr teuer und man muss immer hoffen, dass alles durch die Garantie abgedeckt ist.

Selbst mein Passat von 2003 hat schon so viel Technik vorn drin, dass niemand ein Problem finden kann. Der Motor zieht manchmal nicht richtig, das Problem tritt aber nicht permanent auf. Ich war damit in drei Werkstätten, keiner hatte eine echte Lösung, sondern nur eine ganze Liste mit Ansätzen: Turbo und WasteGate geprüft. Dann habe ich selbst noch Lustmassenmesser getauscht, Unterdrucksystem geprüft und Kabelstränge vom Steuergerät gecheckt. Keine Ahnung wo das Problem liegt. Eine lange Analyse in einer Werkstatt lohnt einfach nicht, da niemand einen echten Ansatz hat. Stundenlanges Problemsuchen muss man ja auch bezahlen …​

Ich glaube also, dass ein Elektroauto weniger komplizierte Technik enthält als ein durchschnittlicher Benziner. Auch dort kann man ohne teure Auslesegeräte nicht mal mehr einen Fehlerspeicher löschen.

Was kommt nach Elektroautos?

Vielleicht sind Elektroautos nur eine Übergangstechnologie.

Ich glaube Wasserstoff hat sehr viel Potential. Sowohl als Energiespeicher als auch in der Verwendung im Auto.

Die Herstellung geschieht lokal und absolut umweltfreundlich mit Solar- oder Windenergie. Die Speicherung ist absolut umweltfreundlich.

Aber vielleicht gibt es irgendwann noch ganz andere Ideen. Die Zukunft bleibt spannend.

Fazit

Mich halten aktuell hauptsächlich die hohen Einstiegskosten vom Kauf eines Elektroautos ab. Wenn irgendwann gebrauchte E-Autos 2000 Euro kosten, dann bin ich sofort dabei.

Aber auch vorher könnte ich mir schon ein Auto-Abo vorstellen, da ich beruflich immer nur phasenweise ein Auto benötige.